Heimspiel gegen Hannover 96
Die Lilien erleben die erste Heimspiel-Niederlage der Saison gegen einen bärenstarken Gegner aus Hannover und fallen im Aufstiegsrennen zurück
Vor dem Spiel
Samstagabend, Topspiel am Bölle. Nachdem es den ganzen Tag wunderbaren Sonnenschein hatte, fängt es zum Abend hin an, leicht zu regnen. Beim ersten Bier witzeln wir noch, dass es an solchen Tagen in der Jugend immer die Vorgabe gab, lang, weit und flach aufs Tor zu schiessen, weil der seifige Rasen den Ball für den Torhüter schwer haltbar macht.
Die Lilien ohne Lidberg und Klefisch (und den langzeitverletzten Marseiler), ansonsten in der erstwarteten Aufstellung (Papela offensiv im Mittelfeld).
Das Spiel
Die Lilien starten deutlich wacher im Vergleich zum Bielefeldspiel. Man merkt, dass man hier ein anderes Gesicht zeigen will. Allerdings steht Hannover hinten sehr stabil und kommt nach kurzen Anfangsschwierigkeiten deutlich häufiger vors Lilientor als umgekehrt. Das 1:0 für Hannover fällt dann wie vor Anpfiff besprochen und erwartet: Papela rutscht weg und kommt nicht in den Zweikampf im Mittelfeld, Fernschuss aus 25 Metern, flach ins Eck.
Überhaupt haben einige Spieler Probleme mit der Standfestigkeit auf dem Rasen und mit dem Einstellen der Passgeschwindigkeit auf dem seifigen Rasen.
Auffälligster Spieler ist der Hannoveraner Taibi – offensichtlich nicht mal Stammspieler – der speziell Lopez, aber im Grunde der kompletten Lilienverteidigung einige Male davonläuft (am Ende des Spiels wird er 14,5 Kilometer gelaufen sein – ein Monsterwert).
Generell packt Hannover wieder 6 Kilometer mehr auf den Rasen als die Lilien.
Erst als das Spiel mit 0:2 fast verloren ist, und die Lilien durchgewechselt haben (u.a. Bader auf links außen ??? und Vucotic als Stürmer auf rechts) kommen wir zu einigen Chancen. Einmal Latte und diverse gute Chancen zeugen davon, dass man mit etwas mehr Glück evtl. sogar noch einen Punkt hätte ergaunern können, den man vom Spielverlauf her natürlich Nullkommanull verdient hatte.
Fazit
Heute hat die bessere Mannschaft gewonnen und das war leider Hannover. Die Lilien holen aus ihrem Potential immer noch extrem viel raus, zur Zeit gelingt es aber nicht, mit Punkten und Toren die xG so überzuperformen wie in der ersten Saisonhälfte
Das Thema „Laufen“ war hier schon in den letzten Jahren häufiger mal präsent. Seit Jahren gibt es nur wenige Spiele, in denen wir mehr oder intensiver laufen als der Gegner. Ich finde speziell diese Saison auch auffällig, dass wir besonders dann Probleme haben, wenn unsere Gegner uns im Aufbau früh und aggressiv pressen.
Und ich habe auch zwei Anmerkungen zu Florian Kohfeld. In Summe holt er aus der Mannschaft Ergebnisse raus, die sowohl spielerisch als auch ergebnistechnisch nah am Optimum liegen. Aber er hat auch zwei Prinzipien, die uns aktuell in den letzten Spielen etwas Probleme machen.
Erstens: Er hat eine klare Hierarchie in der Mannschaft. Seine erste Elf wird nur von Verletzungen oder Sperren geändert. Und auch die ersten Einwechselungen (also die Spieler 12 bis 15 sind relativ klar). Das geht über die Positionsexpertise. Deswegen spielt Spieler Nr. 12, Mey Papela quasi alles (außer Torwart). Und auch ein offensiver Spieler wie Marseiler wird eher nach hinten gezogen, statt einem gelernten LV wie Holland.
Zweitens: Er gesteht seinen Stammspielern Formschwächen zu. Und auch wenn das sicher hilft, die Spieler schneller wieder in Form zu bekommen und die Sicherheit den Spielern gut tut, führt es doch dazu, dass man zum einen einige Spiele mit Spielern bestreitet, die ihrer Form hinterherlaufen (aktuell z.B. Nürnberger und Corredor) und leider kommen auch von den Einwechslungen nicht die Impulse, die sein könnten, weil die Jungs wissen, egal was ich mache, nächstes Spiel bin ich erst mal wieder draußen. (Ausnahme Vucotic, der haut sich immer volle Pulle rein).
Nebenbei führt das leider auch dazu, dass wir wenig bis keine Neuentdeckungen (aus der Jugend z.B.) haben.
So wie die Spieltage liegen haben die Lilien zwar immer noch alle Chancen. Nach den letzten Spielen muss man aber sagen, dass die aktuelle Form nicht wirklich nach Aufstieg schreit.