Kategorie: Spieltag

  • Souverän sein Großvater

    Auswärtssieg in Düsseldorf

    Die Lilien holen hoch verdiente 3 Punkte in Düsseldorf – das Endergebnis ist mit 3:0 fast noch zu knapp. Die Fortuna von Anfang an nur auf Defensive ausgerichtet und mit nur einer Großchance im Spiel (die Schuhen überragend hält).

    Vor dem Spiel
    Die Lilien wollen den guten Saisonstart bestätigen und ganz oben ranspringen. Im Vergleich zum Start unter Lieberknecht gibt es zwei große Unterschiede:
    Erstens: Es gibt kaum Verletzte. Nur die Langzeit-Maladen Bader und Will sind noch nicht fit. (Anmerkung: Haben wir nicht irgendwann im Frühjahr auch die Athletiktrainer getauscht?)
    Zweitens: Kohfeld spielt gerne mit seiner „ersten 11“. Auch die Einwechslungen sind häufig ähnlich – das spricht für eine klare Hierarchie im Team. Schwierig für die, die etwas weiter weg sind. Schwierig gerade für die Jung-Profis. Aber gut für die Abläufe auf dem Feld.

    Das Spiel
    Von Beginn an wird klar, wer hier auf 3 Punkte spielt und wer erst einmal sicher stehen will. In den ersten 10 Minuten hat Darmstadt über 80% Ballbesitz. Die Fortuna, eigentlich mit Aufstiegs-ambitionen gestartet, zuletzt mit aufsteigender Formkurve (7 Punkte aus 3 Spielen), doch statt voller Kraft voraus eher defensiv abwarten, was Darmstadt macht. Hornby läuft allein auf Kastenmeier zu – der hält. Dann legt er auf Lidberg ab, aber der VAR erkennt ein Abseits. Zur Halbzeit 0:0, deutlich zu wenig für die Lilien. In der zweiten Halbzeit macht Düsseldorf etwas auf und fängt sich direkt 4 Buden in 15 Minuten. Eine davon wird wieder wegen Abseits vom VAR kassiert.

    Fazit
    Ohne VAR geht das Ding 5:0 aus. Und auch darüber hätte sich Düsseldorf nicht beschweren können.Akiyama mit seinem ersten Tor im Liliendress. Lidberg wieder treffsicher. Und das 2:0 fällt wieder nach einem langen Diagonalball von Pfeiffer von hinten rechts (wie schon zwei Tore gegen Bochum). Man hat das Gefühl, das wäre evtl. vorher mal trainiert worden.

    Stichwort Laufbereitschaft
    In den letzten Wochen war immer mal Thema, dass die Lilien häufig weniger Kilometer machen als der Gegner. Kohfeld findet das erstens nicht so schlimm und zweitens sei man in den intensiven Läufen besser im Ligavergleich. Nun: Gegen Düsseldorf ist man 4 Kilometer mehr gelaufen als der Gegner. Und auf dem Feld sah das jetzt dann doch schon sehr souverän aus.

  • Ab durch die Mauer

    Ab durch die Mauer

    5. Spieltag. Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig

    In einem zähen Spiel in dem die Lilien den Ball haben ohne zu zwingenden Chancen zu kommen, fallen die Tore jeweils etwas überraschend. Und wenns mit Schönspielen nicht geht, dann eben mit Gewalt (Schuss durch die Mauer zum 2:1 und drei Heimpunkten).

    Vor dem Spiel

    Lopez ist zurück und mit ihm die Viererkette als bevorzugte Startaufstellung. Allem Gerede zur taktischen Variabliltät zum Trotz scheint das die Lieblingsaufstellung von Florian Kohfeld zu sein. Die Spieler dafür sind vorhanden, nur hinten rechts ist es noch etwas dünn, weil Bader immer noch nicht spielfit ist. Auf der Sechs heute Klefisch und Akiyama. Vorne Marseiler und Corredor auf außen.

    Das Spiel

    während es morgens noch regnete in Darmstadt war spätestens zum Anpfiff wunderbares Fussballwetter. Die Sonne schien, die Laune war prächtig. Bei beiden Teams – auch Braunschweig ist ja ganz ordentlich in die Saison gestartet. Auf dem Feld zeigt sich dann schnell, dass Darmstadt den Ball hatte und die Eintracht auf Konter setzte. Zu großen Chancen führte das bei keinem der beiden Teams. Das 0:1 für Braunschweig fiel dann auch etwas überraschend nach einem Fernschuss aus 25 Meter, den Schuhen zwar berühren aber nicht am Überschreiten der Torlinie hindern konnte.
    Im Offensivspiel der Lilien war Hornby leider wenig glücklich in seinen Aktionen so dass im offensiven Zentrum der Zugriff fehlte. Auch Lidberg mit wenig Bindung, der Ball wanderte über die Innenverteidigung und das defensive Mittelfeld, aber man kam nicht in die Vorwärtsbewegung. Dazu kamen einige etwas kraftlos wirkende Abspiele und zur Halbzeit wanderte das „Böllemurren“ durch das Stadion. (Dass Fabian Nürnberger davon ein bisschen überrascht war, wie er im Interview erzählte, zeugt eigentlich eher davon, dass das Publikum in den letzten Jahren eher großzügig unterwegs war. Sonst ist das Knoddern doch Teil der VereinsDNA.)
    Je länger das Spiel lief, desto mehr spielte sich in der Braunschweiger Hälfte ab. Und es zeigte sich, dass Kohfeld dann doch das bessere Händchen hat als ich es hätte: Ich hätte Hornby und Lidberg schon zur Halbzeit rausgenommen. Und Hornby leitet das Ausgleichstor ein (durch einen missglückten Schuss, der zur Vorlage wird) und Lidberg macht Lidberg Dinge – also Ball ins Tor. Während ich mich in der ersten Hälfte etwas über die Laufgeschwindigkeit von Lidberg mokiert hatte, holte er dann auch noch den Freistoss (inkl. roter Karte für den Gegner) raus, der die Führung und so den Heimsieg bringen sollte – und zwar in dem er dem Verteidiger auf 4 Metern 2 abnahm und nur per Notbremse gestoppt werden konnte. Hut ab, Herr Lidberg, bitte gerne weiter so.
    Danach war die Messe gelesen. Mit 10 Mann konnte Braunschweig dann keine große Gefahr mehr entfachen in den letzten Minuten.
    Besonders schön fand ich den mannschaftlich geschlossenen Jubel um und mit Matej Maglica.

    Fazit

    Wichtige drei Punkte eingefahren. Am Bölle weiter ungeschlagen. Da hatte ich auf dem Heimweg fast schon wieder vergessen, wie sehr ich mich während des Spiels über den Schiedsrichter aufgeregt hatte.

  • Betzenbergspiele sind lang

    4. Spieltag. Auswärtsspiel in Kaiserslautern

    Die Lilien spielen 80 Minuten sehr ruhig und abgeklärt, liegen ungefährdet 0:1 vorne, verlieren aber noch 3:1, weil nach dem ersten Torschuss in Halbzeit 2 durch Lautern der Ausgleich fällt und das davor mucksmäuschenstille Stadion dann doch explodiert und die Lilien nicht mehr in die Geschwindigkeit kommen.

    Vor dem Spiel

    Sergio Lopez ist zurück, allerdings noch nicht auf dem Platz. Dort startet Kohfeld wieder mit Dreierkette mit Maglica. Marseiler spielt für den erkrankten Richter. Die Ausgangslage beider Clubs ist vergleichbar mit dem Spiel der Vorwoche: Die Lilien (vor der Saison ohne große Ansprüche) noch ohne Niederlage (und damit deutlich über dem Soll). Lautern hat zwar Stammspieler verloren, aber auch namhaft nachgekauft um in dieser Saison oben mitzuspielen. Da sind die 3 Punkte nach 3 Spielen dann doch ein bisschen wenig und es rumort etwas um den Betzenberg.

    Die Aufregung ist allerdings schon deswegen unverständlich, weil erstens (kurzfristig) die Lilien noch nie auf dem Betzenberg gewinnen konnten und zweitens (mittelfristig) bisher noch jedes Team mit den Trainer der auf Markus Anfang folgte aufgestiegen ist.

    Das Spiel

    Die ersten 10 Minuten ist Lautern sehr aktiv. Läuft sehr hoch an. Die Lilien bemühen sich Ruhe und Ballbesitz ins Spiel zu bekommen um das Stadion ruhig zu halten. Das gelingt bis auf zwei gute Chancen, je eine auf jeder Seite, dann auch ganz gut. Halbzeit 0:0, je länger das Spiel läuft, desto mehr läuft es aufs Lauterer Tor zu. Das Tor durch Lidberg (wen sonst) fällt quasi deckungsgleich zum Tor im ersten Spiel gegen Bochum. Ein weiter Diagonalball (diesmal von Pfeiffer). In die Mitte gelegt von Nürnberger. Lidberg Tor. So einfach kann Fussball sein. Fast gelingt mit einer Kopie dieses Spielzugs sogar noch das 0:2 – Hornbys Schuss landet an den Fäusten des Torhüters.

    Dann wird wild gewechselt. Lopez kommt, die Taktik bleibt aber bei der Dreierkette. Lieberknecht wirft alles was er an Offensive auf der Bank hat aufs Feld. Trotzdem wirkt es nicht so, als wenn Lautern wirklich gefährlich würde. In der Folge sind alle Mann im Stadion, egal ob blau oder rot, auf dem Feld oder auf den Rängen, komplett überrascht als das 1:1 fällt. In den folgenden 10 Minuten spielen beide Teams „wilde Maus“. Darmstadt trifft den Pfosten, Lautern noch zwei Mal ins Tor.

    Was lernen wir daraus?

    Die Mannschaft ist zwar deutlich stabiler als in der Vorsaison, allerdings immer noch wackelig, sobald ein Gegentor fällt. Auf dem Feld sieht das inzwischen wirklich solide aus und die Gegner reagieren darauf mit durchaus defensiven Taktiken. Leider schaffen es die Lilien nicht, diese optische Überlegenheit auch in Großchancen zu übersetzen. Wenn dann (anders als gegen Bochum) die Standards nicht ziehen, kann es hinten raus knapp werden.

    Natürlich sind 7 Punkte aus 4 Spielen ein ordentlicher Start in die Saison. Ich freue mich, dass die Mannschaft defensiv zwei Systeme wettbewerbsfest spielen kann. Vielleicht kriegen wir ja auch noch eine zweite Sturmreihe hin, damit die Jungs sich für ein gutes Spiel auch belohnen können.

  • What Zee Fuik

    3 Spieltag. Heimspiel gegen Hertha BSC

    Ein 0:0 der besseren Sorte. Lilien mit mehr Ballbesitz, Berlin will erst mal sicher stehen. Chancen auf beiden Seiten, aber wenn nicht der Pfosten im Weg ist, geht die Fahne für Abseits hoch.

    Clemens Riedel fehlt im Kader weil er „kurz vor einem Wechsel“ steht. Taktisch bleibt Kohfeld aber bei der Viererkette aus dem ersten Heimspiel. Die Position rechts hinten wird (da Riedel nicht verfügbar und Bader und Lopez noch nicht fit) von Mey Papela besetzt. Und offensiv beginnt Corredor statt Marseiler (Corredor links und Richter wechselt dafür auf rechts).

    Schnell wird klar, dass Kohfeld sich hier bei zwei Dingen verschätzt hat: Erstens beginnt Hertha nach dem durchwachsenen Saisonbeginn sehr passiv und macht erst einmal hinten zu und überlässt den Lilien den Ball. Und zweitens fremdelt Mey mit der neuen Rolle deutlich stärker als Riedel das im ersten Saisonspiel tat. Ein ums andere Mal verpasst Mey das Timing zum Rausrücken oder zurück sichern und ihm fehlt auch ein bisschen die Geschwindigkeit um mit den sehr flinken Krattenmacher oder Reese in Sprintduelle zu gehen.

    So kommt es in der ersten Halbzeit zu einem flotten Spiel in dem die Lilien den Ball haben und Berlin schnell kontert und so zu einigen wirklich guten Chancen kommt. Ein Tor von Lidberg wird nach recht deutlichem Abseits nicht anerkannt.

    Mitte der zweiten Halbzeit korrigiert Kohfeld seine Taktik, stellt auf Dreierkette um und Mey wechselt auf die 6. Spätestens jetzt läuft das Spiel nur noch in eine Richtung und zwar auf das Berliner Tor. So richtig gefährlich wird es allerdings nicht, weil heute die Standards nicht zünden.

    Erst in der Nachspielzeit gibt’s noch mal etwas Aufregung. Nach einer schönen Freistoßvariante prüft Corredor den Berliner Torhüter, im Anschluss spielt ein Berliner den Ball klar mit der Hand. Elfmeter gibt’s nicht, weil kurze Entfernung, keine Absicht, diesdas – der Kommentator der Sportschau ist (wie Kohfeld in der PK und ich auf der Gegengerade) eher anderer Meinung.

    Und dann hat auch die Hertha noch einen 100% in Person Fabian Reese auf dem Fuss. Knapp vorbei, Glück gehabt.

    So bleiben wir auch im vierten Spiel (inkl. Pokal) ungeschlagen. Ich hoffe sehr, dass Bader und Lopez endlich wieder fit werden, damit wir hier stabiler stehen.

  • So fühlt sich das also an

    2. Spieltag: Auswärtssieg in Nürnberg

    Vor dem Spiel
    Es ist zwar erst der zweite Spieltag, aber die Stimmung in den beiden Mannschaften könnte gegenteiliger nicht sein. Nach der guten Vorsaison mit einigen Ambitionen in die Runde gegangen hatte der Club im ersten Saisonspiel nach mäßiger Leistung unglücklich in der letzten Minute mit 0:1 verloren – und die Lilien, nach der wechselhaften Vorsaison eigentlich nur mit dem Anspruch eine ruhigere Saison zu spielen, grüßten nach dem überzeugenden und hoch ausgefallenen Heimsieg von der Tabellenspitze.
    Große Änderungen im Team gab es nicht – warum auch, lief doch gut.

    Das Spiel
    Das Spiel war dann relativ langweilig – auf beiden Seiten gab es in 90 Minuten nur 2-3 wirklich gute Chancen, teils nach Ecken. Ansonsten dümpelte das Spiel im Mittelfeld vor sich hin. Beide Mannschaften liefen auch nur knapp über 100 km und es gab wenige Karten; ein Zeichen dafür, dass es weder besonders schnell und viel hin und her ging und auch nicht wirklich verbissen gespielt wurde.
    Also eigentlich ein typisches 0:0 Spiel mit dem am Ende beide zufrieden wären. In der letzten Saison hätten wir das Ding also 0:2 verloren (0:1 in der 79. nach Ecke und 0:2 in der 92 nach Konter). Dies Mal lief es anders rum. Wir laufen hoch an. Der Nürnberger Torhüter schlägt den Ball in der 94. einfach nach vorne. Auf Vukotic (der diesen hohen Ball genau so gewinnt wie alle anderen hohen Bälle im Spiel – wenn er den Zweikampf verliert, dann am Boden). Der Ball kommt auf Hornby, der das macht, was ein 10er in dieser Situation machen muss: Mit dem Kopf in den Lauf von Corredor. Und der macht das Tor. Jubel. Abpfiff. Drei Punkte in der Fremde.

    Fazit
    6 Punkte zum Saisonstart sind ne Wucht und geben Ruhe und gute Laune für die nächsten Spiele. Es gibt keine großen Verletzungssorgen, zwar sind noch nicht alle auf Spieltemperatur aber Kohfeld hat demnächst eher die Qual der Wahl.

  • Ein Start nach Maß

    Ein Start nach Maß

    1 Spieltag. Heimspiel gegen den Vfl Bochum

    Vor dem Spiel
    Es ist schon etwas länger her, dass die Lilien mit einem eingespielten und vereinzelt aufgefrischten Kader durch eine Sommerpause gegangen sind. So richtig schmerzhafte Abgänge gabs noch nicht (selbst die mit Wechselspekulationen bedachten Lidberg und Riedel sind noch da und standen auch in der Startelf gegen Bochum.
    Die Liga hat mit Köln und Hamburg im Sommer zwei ihrer „großen Favoriten“ verloren – die Absteiger Bochum und Kiel kommen zwar mit Qualität, aber nicht mit der Vorgabe „muss die Liga in Grund und Boden spielen“. Von unten kommen Teams wie Bielefeld, die ihre Pokalfinalteilnahme direkt in Beine für die neue Saison verwendet haben (z.B. Marvin Mehlem). Das alles macht die Liga noch ausgeglichener als sie eh schon traditionell ist.
    Das erste Spiel der Saison ist dabei dann für alle eine durchaus spannende Positionsbestimmung – wie sortiert sich das Feld. Bei einem Gegner wie Bochum, die mit einem sehr hohen Kaderwert aber auch einigen neuen auf dem Feld antreten ist es meist besser, man erwischt sie früh in der Saison, wenn die Abläufe vielleicht noch nicht ganz rund laufen.

    Spielverlauf
    Bei der Aufstellung gibt’s gleich die erste Überraschung. Die IV wird zwar wie erwartet von Pfeiffer und Vukotic gebildet. Der letztjährige Kapitän Riedel wandert aber nicht auf die Bank sondern auf die rechte Seite auf der Bader wegen Trainigsrückstand und Lopez nach kurzfristiger Verletzung ausfielen.
    Auf der Doppelsechs Akyama mit Klefisch. Marco Richter auf links und Marseiler auf rechts. Ganz vorne Hornby und Lidberg.
    Vom Anpfiff weg wird deutlich, welches Team eingespielt ist (die Lilien) und wer zwar Qualität am Ball aber wenig funktionierende Abläufe hat (Bochum). Besonders auffällig: die neue rechte Seite. Clemens Riedel auf neue Position mit einer Megaleistung – fast so, als wenn die abgegebene Kapitänsbinde mental eine Befreiung für ihn war. Beide Tore in der ersten Halbzeit werden von Riedel mit feinem Pass eingeleitet: Erst auf Hornby, beim zweiten quer auf Richter. Marseiler spielt dem zwei Köpfe größeren Strompf mehrfach Knoten in die Beine. Hinten ist Schuhen zwei mal Spitze und einmal chancenlos beim Gegentor. Bochum mit einigen Ecken – die aber allesamt ohne Gefahr bleiben, weil Pfeiffer und Vukotic ausnahmslos alles wegköpfen, was hoch in den Strafraum kommt.
    Bei den Lilien ist zusätzlich eine Qualität zurück, die wir in den letzten zwei Jahren stark vermisst haben: Die Standard-Stärke. Alle Ecken und Freistöße von Nürnberger kommen auf den Punkt. Belohnt mit zwei Toren und einem Pfostentreffer.

    Fazit
    Das hat Spaß gemacht. Lidberg effektiv und effizient. Mit dem Selbstverständnis und selbstvertrauen, das ein Stürmer hat, wenn’s läuft. Hornby in leicht zurückgezogener Position immer wieder schnell nach vorne. Pfeiffer als wäre er nie weg gewesen. Marseiler schnell und giftig. Riedel auf neuer Position extrem effektiv. Die beiden Neuen (Akyama und Richter) brauchten ein paar Minuten um anzukommen, arbeiten sich aber rein ins Spiel. Die ersten 3 Punkte sind im Sack und man kann die nächsten (auch nicht leichten) Aufgaben etwas entspannter angehen.

  • Hello again.

    19. Spieltag. SC Paderborn.

    Das erste Heimspiel im Jahr 2025 sollte gleich ein bisschen die Richtung weisen. In dieser engen 2. Liga, bei der die ersten 10 Mannschaften nur wenige Punkte auseinanderliegen war klar: Mit einem Heimsieg gegen Paderborn sind die Lilien in der oberen Tabellenhälfte dabei. Mit einer Niederlage steckt man im Niemandsland der Tabelle fest. 9 Punkte nach oben, 10 nach unten.

    Lidberg immer noch verletzt, ansonsten spielt die aktuelle erste Elf. Marseiler im Sturm statt Vilhelmsson, alles also recht erwartbar.

    Im Stadion schien die Sonne, aber es wehte ein wirklich frostiger Wind und das Geschehen auf dem Rasen lieferte leider keine Anlässe zum Aufspringen und Jubeln. Zwei disziplinierte Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld.

    Paderborn mit den zwei Ex-Lilien Mehlem und Platte mit viel Laufbereitschaft aber keinen gefährlichen Szenen aus dem Spiel heraus. Dafür gabs ein halbes Duzend Ecken allein in der ersten Halbzeit. Diese waren leider allesamt gefährlich, schon in der 3 Minute liegt der Ball im Lilientor, zählt allerdings nicht, weil der Torschütze mit der Hand am Ball war. Die 0:1 Führung für Paderborn dann auch mit Ansage: Ecke, Mehlem auf Platte. Tja. Beide ohne Jubel, die Paderborner Fans auch nicht zu hören, wirkte schon auch ein bisschen skurril, dass das Tor wirklich gefallen war.
    Kurz darauf musste Felix Platte dann auf der Trage vom Feld gebracht werden, auch die Halbzeitpause dauerte ein paar Minuten länger. Ich hoffe sehr, dass es nichts schlimmeres ist. Der arme Kerl und der Darmstädter Rasen, irgendwie keine gute Kombination.

    In der zweiten Hälfte Darmstadt aktiver und mit mehr Ballbesitz, allerdings ohne wirklich gefährliche Szenen. Am Ende war Paderborn 8 Kilometer mehr gelaufen, das ist halt mal ein Wort und das war leider auch auf dem Platz zu sehen/spüren.

    Der Start in die Rückrunde also noch nicht signifikant besser als die Hinrunde. die nächsten beiden Gegner Nürnberg und Elversberg werden zeigen, wie stabil der Kohfeld-effekt noch wirkt.

  • So ein Tag, so wunderschön wie heute

    9 Spieltag. 1.FC Köln

    Vor dem Spiel
    Freitag abend, Flutlicht. Gerade für mich, der durchaus auch größere Sympathien für den #effzeh hat, ein besonderes Spiel. Gegen die bisher beste Offensive der Liga gilt es endlich den ersten Heimdreier einzufahren und den Anschluss ans Tabellen-Mittelfeld herzustellen

    Zum Spiel
    Kohfeld schickt seine Stammelf auf den Rasen. Köln hat den Ball, kommt aber nicht mal bis zum 16er – bis zur 30. Minute nur mickrige 3 Torschüsse von einem Team, dass gegen Magdeburg 33 Mall aufs Tor geschossen hatte.
    Und die Lilien kontern. immer wieder schnell vertikal. Durch die Mitte, über außen -> die hoch aufrückenden Außenverteidiger werden regelmäßig hinterlaufen und die Innenverteidigung steht blank.
    Und dann trifft auch noch Hornby. Wo er in den vergangenen Spielen oft auch mal Pech hatte mit Bällen, die knapp drüber oder knapp an den Pfosten sprangen, sind die Dinger heute drin. Das Zusammenspiel mit Lidberg wird immer besser. 2 Tore, 1 Vorlage, Mann des Spieltags beim Kicker. Balsam für die Seele.

    Fazit
    Wenn Kohfeld eine Blaupause bräuchte, wie er spielen lassen will: Heute war sie zu sehen. es gab sogar noch Chancen, das Ergebnis noch deutlicher zu machen als es eh schon war. Und das gegen einen Gegner, der am Ball wirklich gut spielte – sicherlich besser als Braunschweig oder Nürnberg diese Saison in den vorherigen Heimspielen.
    Sicher hatte man auch etwas Glück, dass Köln taktisch den Rückraum auf außen so frei anbot – aber heute stimmte neben der Taktik auch die Power und die Frische. Bis in die Nachspielzeit hinein.

    Ein wirklich wunderbarer Fussballabend, dessen klarer Sieger in 90 Minuten nie wirklich ungewiss war.

  • Mehr als nur ein Punkt

    8 Spieltag. Karlsruher SC

    Vor dem Spiel
    Wochen der Wahrheit. Auswärts beim bisher ungeschlagenen KSC, danach gegen den 1 FC Köln, das bisher offensiv stärkste Team der Liga. Wenn man den Anschluss ins Mittelfeld nicht verlieren will, müssen auch in diesen Spielen Punkte her.

    Zum Spiel
    Ich habe die erste Halbzeit nicht sehen können, den Zusammenfassungen zu Folge legte der KSC vor wie die Feuerwehr, erst nach und nach konnten die Lilien das Spiel etwas beruhigen. Die zweite Halbzeit, die ich dann im Fernsehen live sehen konnte, sah aber wirklich sehr gut aus von uns. Das Spiel fand quasi in der Karlsruher Hälfte statt – bis zur 70. Minute kam der KSC nicht einmal wirklich über die Mittellinie. Dazu zeigten sich die Lilien auch treffsicher. Dass der KSC dann aus der ersten wirklich Szene direkt das Tor macht ist unglücklich – aber so ist es eben, wenn man (wie Karlsruhe) in Top-Form ist.

    Fazit
    Gegen ein Spitzenteam der Liga so mitzuhalten, das sah schon sehr gut aus. Dass es „nur“ ein Punkt wurde ist in der Tabelle ärgerlich, weil man weiter hinten drin hängt – aber wie dieser Punkt geholt wurde, zeigt klar, dass mehr möglich ist.
    Außerdem scheint sich langsam eine klare erste 11 und auch eine „erste 14“ herauszubilden unter Kohfeld. Sicher für das Team und den weiteren Saisonverlauf eine gute Entwicklung.

  • Die Richtung stimmt, das Ergebnis noch nicht

    7 Spieltag – FC Magdeburg

    Vor dem Spiel
    Der Überraschungssieg auf Schalke hat dem Team (und dem Umfeld) gut getan. Das Beste Mittel für Teambuilding sind Siege. Lidberg zeigt sich sehr effektiv, ein guter Ersatz für Vilhelmsson.
    Magdeburg in der aktuellen Saison noch ungeschlagen und in Top-Form. Die guten Ergebnisse schlagen sich in großem Selbstbewusstsein nieder – beim Spiel in Köln konnte man gewinnen, obwohl man deutlich weniger Spielanteile oder Chancen hatte.

    Das Spiel
    Die Anfangsphase gehört den Lilien, die sich auch schnell mit dem 1:0 durch Lidberg belohnen. Ausgangspunkt war ein mutiger Antritt von Riedel aus der letzten Reihe bis an den 16er. Im Anschluss noch ein Konter der von Corredor nur knapp am Tor vorbeigeschlenzt wurde. Nichts wars mit dem 2:0 und so entwickelte sich ein Spiel in dem Magdeburg viel Ballbesitz hatte aber quasi keine Chancen erarbeiten konnte. Das 1:1 fällt nach einer tollen Einzelleistung durch Burcu (der vor der Saison fast schon bei den Lilien unterschrieben hatte) der von Riedel nur begleitet statt aktiv gestört wurde. Der Schuss in die lange Ecke zu lang für Schuhen, kein Torwartfehler, aber doch ein Ding, das Schuhen in der Vergangenheit auch schon gehalten hat. Halbzeit 1:1. Direkt nach Wiederanpfiff dann das 1:2, wieder Vorarbeit Burcu und in der Mitte ist keiner beim Mittelstürmer. Nach der gelb-roten Karte gegen Magdeburg dann Spiel auf ein Tor, allerdings – es wollte nicht fallen.

    Auffälliges
    Hornby hat sein Tor auf Schalke gut getan. Deutlich präsenter auf dem Platz als in den ersten Spielen. Bei den Pässen auf die Mitspieler noch ohne gute Abstimmung, in der zweiten Halbzeit auch mit etwas Unmut auf der Rängen der Gegengerade. Kohfeldt gibt sich sichtlich Mühe, Hornbys Mentalität zu stärken um ihn in seine Leistungen zu bringen, das Stadion spielt da noch nicht ganz mit.
    Lidberg stark vor dem Tor – ansonsten aber auf dem Feld fast nicht zu sehen.
    Ich finde schon, man merkt der Mannschaft an, dass sie sich selbst und dem neuen Spielsystem noch fremd ist. Die Beine reichen sicher für den Klassenerhalt -> hoffentlich bekommen die Jungs ihren Kopf rechtzeitig klar, damit das auch zum Ende der Saison entspannt klappt.

    Nach dem Spiel
    Mir ist beim Anschauen der Zusammenfassungen im Fernsehen aufgefallen, dass wir über das ganze Spiel mehr und bessere Chancen hatten als Magdeburg. Die xG Werte zeigen 1,6 für Darmstadt und nur 1,3 für Magdeburg. Vor dem Hintergrund der aktuellen Formkurve beider Mannschaften ist die Niederlage dann zwar ärgerlich – für das Geknodder allerdings auch etwas früh. So schlecht sah das nicht aus und je mehr die Jungs zusammenwachsen, desto besser wird das werden. Vielleicht ja schon im nächsten Spiel in Karlsruhe (Achtung: Die sind die Saison auch noch ungeschlagen und haben gerade aus einem 0:3 noch ein 4:4 geholt).