Neue Beine, neue Saison, alte Sorgen

Die ersten Spiele sind gespielt und die runderneuerte Mannschaft der Lilien fremdelt noch ein bisschen miteinander. Während es im ersten Heimspiel beim 2:2 gegen Kiel immerhin noch ein Punkt wurde, wurde das erste Auswärtsspiel in Dresden leider verloren.

Die Vorbereitung lief dabei eigentlich ganz zufriedenstellend. Den erwarteten großen Umbruch schien der Verein gut und vor allem frühzeitig geregelt zu haben. Abgänge früh klar, Zugänge (relativ) früh da – nur für ganz vorne war die Position bis zum Schluss noch offen. Die Vorbereitungsspiele gegen traditionell unterklassige Gegner wurden entspannt gewonnen und Lakenmacher als einzige verbliebene Spitze konnte sich regelmäßig als Torschütze feiern lassen.

Die defensive Achse bestehend aus Schuhen, der IV aus Pfeiffer und Vukotic und der Doppelsechs Akiyama und Klefisch blieb bestehen – so gab es eigentlich nur zwei überraschende Personalien zum Saisonstart. Erstens, dass Fynn Lakenmacher als Mittelstürmer startete (die neuen Stürmer kamen eben erst kurz vor knapp) und zweitens, dass der gerade im letzten Winter erst in die U21 hochgezogene Manolo Merx mit einem Profivertrag ausgestattet auch direkt einen Kaderplatz (und sogar Einsatzminuten) bekam.

Auf dem Feld zeigte sich dann, dass es gerade beim offensiven Aufbau doch noch hakt. Die individuelle Klasse der neuen blitzt zwar hier und da mal auf – richtig zwingend wurde es aber bisher noch nicht.

Um so schöner, dass wenigstens die erste Runde im DFB-Pokal gewonnen wurde. Der erste Pflichtspielsieg seit März. In diesem Spiel war von Dominanz zwar auch noch nicht viel zu sehen, aber in diesem Setting, zweite gegen vierte Liga zeigt sich eben individuelle Klasse noch mal etwas deutlicher. Bestes Beispiel: Smits Tor quasi aus dem Nichts. Schön auch, dass Merx als Starter ein ordentliches Spiel machte (die vergebene 100% Chance wollen wir ihm nicht nachtragen).

Kleinhansl auf links auch noch mit Licht und Schatten. Offensiv durchaus aktiv war er in der defensive doch einige Male am Schwimmen. Nach der langen Pflichtspielpause aus der Vorsaison vielleicht erklärbar – in jedem Fall ist Nürnberger hoffentlich bald wieder fit um die Position zu stabilisieren.

Bis auf Lührs und Dettoni in der IV haben inzwischen auch quasi alle neuen Mal gespielt. Den für mich deutlichsten Effekt hatte dabei einer, der bisher nur eingewechselt wurde: Mit Jojae Lee kam die Wende gegen Kiel. Seither startet Smit.

In der letzten Saison hatten die Lilien gerade im Saisonstart den Vorteil als eingespielte Truppe auf dem Platz zu stehen. Dass das diese Saison schwieriger werden würde, war zu erwarten. Trotzdem ist es wichtig, auch jetzt am Anfang zu punkten um gar nicht erst in dramatischere mentale Tabellenregionen zu kommen. Potential bringen die Neuen in jedem Fall mit.

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